Ende August 2025 wurde der weibliche Graupapagei ‚Chico‘ in das Fluggehege aufgenommen. ‚Chico‘ soll angeblich ein Wildfang sein. Bei den Voreigentümern lebte ‚Chico‘ seit 30 Jahren, davon nur einige Jahre mit einem Timneh-Graupapagei zusammen. In der Wohnung der Voreigentümer und konnte sich ‚Chico‘ stets frei bewegen.
Da sie ‚Chico‘ nicht eingesperrt in einem Käfig oder einer Zimmervoliere gehalten haben, ist ‚Chico‘ – wenngleich eingeschränkt – flugfähig. Leider hat sich ‚Chico‘ im Brustbereich und an den Beinen ziemlich stark gerupft.
Durch die Röntgenuntersuchung im Rahmen der tiermedizinischen Eingangsuntersuchung wurde eine beginnende Arthrose festgestellt.
Außerdem wurde eine Beeinträchtigung der Funktion der Leber festgestellt, die sich auch in einer deutlichen Gelbfärbung des Kots zeigte. Die Ursache war ‚Chicos‘ Ernährung durch seine Voreigentümer: Er nahm nur zu gerne an ihren Mahlzeiten teil und erfreute sich an der menschlichen Nahrung.
‚Chico‘ bezog im Fluggehege zur Eingewöhnung zunächst einen Notaufnahmeraum neben der Versorgungsstation, ausgestattet mit frischen Ästen und einer UV-B abstrahlenden Leuchte. Die Tür des Notaufnahmeraums war am Tage geöffnet, so dass die Tierpflegerinnen ständig Kontakt zu ‚Chico‘ hatten. Zudem ist der Notaufnahmeraum mit einer Netzwerk-Kamera ausgestattet, so dass ‚Chico‘ über einen Monitor in der Versorgungsstation jederzeit beobachtet werden konnte. Die Netzwerk-Kamera ermöglichte es darüberhinaus, ‚Chico‘ via Internet auch abends und nachts zu beobachten.
Schnell zeigte sich, dass ‚Chico‘ ein sehr aktiver und neugieriger Graupapagei ist. Nach kurzer Zeit wurde sie erstmals in die Flughalle der Graupapageien zu ihren Artgenossen gebracht, zunächst unter Aufsicht der Tierpflegerinnen. Das Zusammenleben mit Artgenossen machte ihr keine Probleme.
Als völlig unproblematisch erwies sich die Umstellung der Ernährung auf eine gesunde Papageiennahrung aus Körnerfutter, frischem Bio-Obst-und -Gemüse und wichtigen Nahrungsergänzungsmitteln. Durch die gesunde Ernährung verschwand nach etwa zwei Monaten auch die Gelbfärbung des Kots, die Beeinträchtigung der Leberfunktion war offensichtlich deutlich geringer geworden. Ob sich die Leber vollständig regeneriert hat, muss eine weitere tiermedizinische Untersuchung ergeben.