
Ziele des Papageienschutz-Centrum Bremen e. V.
Tierschutzpolitik
„Das Züchten und Halten von Papageien sollte komplett verboten werden.“

Am letzten diesjährigen Publikumstag (20.09.2026) besuchte auch Herr Philipp Bruck, Sprecher der Fraktion ‚Bündnis 90 / Die Grünen‘ in der Bremischen Bürgerschaft für Klima-, Energie- und Tierpolitik, unser Fluggehege. Im Anschluss an seinem Besuch veröffentlichte Herr Bruck bei Facebook / Instagramm ein kurzes Video über das Fluggehege, worin er zur Unterstützung des Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. aufrief und zudem eine klare Forderung formulierte: „Das Züchten und Halten von Papageien sollte komplett verboten werden.“
Dieser Forderung stimmt das Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. uneingeschränkt zu, denn es ist das Ziel des Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. durch seine Arbeit zu einer Beendigung der Papageienhaltung beizutragen.
Ob aus ihren natürlichen Lebensräumen für die Haustierhaltung geraubt oder der Zucht entstammend, Papageien sind und bleiben immer Wildtiere. Sie sind nicht zu domestizieren. Folglich leiden Papageien in der Gefangenschaft auf vielfältige Weise, weil ihnen dort die Befriedigung ihrer arteigenen, natürlichen Bedürfnisse und die Entfaltung ihrer natürlichen Verhaltensweisen, die sie als Flug-, Flucht- und Schwarmtiere haben, nicht möglich ist.
Aus diesem Grund lehnt das Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. jede Form der Papageienhaltung, jede Form der Papageienzucht sowie jede Form der Vermarktung von Papageien ab.
Als Verein hat das Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. nur die Möglichkeit, durch Aufklärung auf ein Ende der Papageienhaltung hinzuwirken. Diese Aufklärung praktiziert das Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. seit seiner Gründung 1998.
Dabei zeigt sich immer wieder, dass sehr viele Papageienhalter / -innen oder Menschen, die beabsichtigen, sich Papageien als Haustiere anzuschaffen, nicht zugänglich sind für Argumente, die ausgehend von den natürlichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen der Papageien, eindeutig gegen die Haltung von Papageien als Haustiere sprechen.
Für diese Menschen zählt ausschließlich ihr egoistisches Interesse, sich Papageien zur Befriedigung ihrer emotionalen Bedürfnisse zu halten. Sie nutzen die Papageien für ihre psychische und soziale Stabilisierung und leben in dem Irrtum, ihr egoistisches Verhalten sei ‚Tierliebe‘.
Dass jede Form von Gefangenschaft – und das Wort ‘Haltung’ ist nur eine beschönigende Formulierung für Gefangenschaft – für Papageien mit Leid verbunden ist, interessiert sie nicht und wird ignoriert. Diese Ignoranz führt – insbesondere in den sog. Sozialen Medien – nicht selten zu einem aggressiven und beleidigenden emotionalen Abwehrverhalten gegen die Kritik an der Papageienhaltung.
Aufklärung ist wichtig! Mit Aufklärung allein aber wird die Gefangenschaft der Papageien als Haus-, Zoo- oder Zirkustiere nicht zu beenden sein. Um dieses Ziel zu erreichen, sind gesetzliche Verbote unumgänglich!
Vor diesem Hintergrund begrüßt das Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. sehr, dass sich Herr Bruck durch seine Forderung nach einem Verbot der Papageienzucht unmissverständlich positioniert. Diese Forderung richtet sich an die Politiker aller Parteien, die auf der Ebene der Bundesländer und des Bundes Verantwortung tragen, denn nur sie können ein derartiges Verbot erlassen.
Das Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. hofft, dass auch Politiker anderer Parteien diese Forderung aufgreifen und die Problematik der Papageienhaltung endlich zu einem tierschutzpolitischen Thema machen, so dass die notwendigen Verbote auf den Weg gebracht werden können. Die Politiker aller Parteien sollten sich daran erinnern, dass sie dem Grundgesetz verpflichtet sind, und beachten, dass der Tierschutz im Artikel 20a des Grundgesetzes als Staatsziel verankert ist.
Fluggehege
Neuaufnahmen im Fluggehege




In diesem Jahr wurden die beiden Graupapageien ‘Otto’ und ‘Rocky’, die Doppelgelbkopfamazone ‘Ingo’ und der Timneh-Graupapagei als Notfälle in das Fluggehege aufgenommen. Um Notfälle handelte es sich, weil die Eigentümerinnen / Eigentümer der Papageien aufgrund altersbedingter Einschränkungen die Versorgung ihrer – zumeist älteren – Papageien nicht mehr gewährleisten konnten.
Der Graupapagei ‘Otto’ ist weiblichen Geschlechts und über 40 Jahre alt. Wegen schlechter Haltungsbedingungen war bereits das zuständige Veterinäramt eingeschaltet worden. Angeordnete Verbesserungen der Haltungsbedingungen konnten vom Eigentümer nicht durchgeführt werden. Um eine Beschlagnahmung des Graupapageis zu verhindern, bat der Eigentümer das Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. ‘Otto’ aufzunehmen.
‘Ingo’ ist eine männliche Doppelgelbkopfamazone, die 1987 im Vogelpark Walsrode geboren und vom Vogelpark Walsrode in den Handel gebracht wurde. Aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung musste sich die Eigentümerin, in deren Familie die Doppelgelbkopfamazone jahrzehntelang gelebt Hatte, schweren Herzens von ‘Ingo’ trennen.
‘Rocky’ ist ein weiblicher Graupapagei, der im Zoo Braunschweig 2005 geboren und vom Zoo Braunschweig in den Handel gebracht wurde. Auch der Eigentümerin von ‘Rocky’ war alters- und krankheitsbedingt die Versorgung des Papageis nicht mehr möglich. Die Trennung von ‘Rocky’ fiel der Eigentümerin sehr schwer.
‘Biene’ ist ein weiblicher Timneh-Graupapagei. Sie wurde im Jahr 2004 aus Sierra Leone importiert. Da die Eigentümerin verstorben war und die Hinterbliebenen ‘Biene’ nicht aufnehmen konnten, musste schnell eine neue Unterkunft für ‘Biene’ gefunden werden. Um ‘Biene’ eine ungewisse Zukunft zu ersparen, wurde sie in das Fluggehege aufgenommen, wo sie bis an ihr Lebensende zusammen mit anderen Graupapageien leben kann.
Aufnahmestopp im Fluggehege
In das Fluggehege für geschädigte Papageien können zurzeit keine weiteren Papageien aufgenommen werden. Alle Möglichkeiten zur Unterbringung von Papageien sind belegt und der Arbeitsaufwand, der vom Tierpflege-Team für die Versorgung der im Fluggehege lebenden – gesundheitlich geschädigten und verhaltensgestörten – Papageien erbracht werden muss, kann nicht weiter erhöht werden.
Wegen der steigenden Kosten ist zudem die Grenze der Finanzierbarkeit des Fluggeheges erreicht.
Beratung und Hilfe
WICHTIG: Vorsorgen!!
Die Graupapageien ‚Otto‘ und ‚Rocky‘, die Doppelgelbkopfamazone ‚Ingo‘ sowie der Timneh-Graupapagei ‘Biene’, die wir im Fluggehege aufgenommen haben, sind Beispiele für ein Problem, mit dem das Papageienschutz-Centrum Bremen e. V. seit Jahren – und in immer stärkerem Maße – konfrontiert ist:
Papageienhalterinnen und Papageienhalter können aufgrund altersbedingter Einschränkungen ihre Papageien, die zum Teil jahrelang bei Ihnen gelebt haben und häufig selbst sehr alt und krank sind, nicht mehr versorgen.
Statt rechtzeitig für diesen Fall vorzusorgen, warten viele ältere…. <weiterlesen>